SPD in der Börde Sittensen

- wir wollen's wissen ...

 

"Was issene Photvoltaikanlaach?" würde heute der Lehrer im Film "Die Feuerzangenbowle" fragen und Sie könnten sofort die Antwort geben, wenn die diesen Link anklicken würden.

Einweihung der PV-Anlage der 1. Sittenser Solar GbR auf Dächern der Grundschule in Sittensen

Insgesamt 18 Monate hat es von der Idee bis zur Realisierung der PV Anlage gebraucht. Am 14.10.2009 stand auf der Tagesordnung der Zukunftsinitiative Sittensen :

"Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Feuerwehrgebäude in Sittensen. Gründungsaufruf für eine Gesellschaft " -

gefolgt von einem Interessenbekundungsaufruf in der regionalen Presse.

Dies war der Startschuss. Nach und nach meldeten sich die ersten Interessenten und am 15 Januar 2010 wurde eine Vorbesprechung durchgeführt, gefolgt von der Gründungsversammlung am 24.02.2010. Zur Gründung hatten 20 Gesellschafter bereits 55.000 EURO eingezahlt. Ziel waren 90.000 EURO.

Möglicherweise hatte der eine oder andere Bürger Zweifel, ob "DIE" das hinkriegen, denn nach der Bekanntgabe der Gründung kamen schnell weitere Beitrittserklärungen und am Ende mussten sogar Erklärungen abgelehnt werden.

Die Gesellschaft wählte damals Volker Brokelmann und Ulrich Stabenau zu ihren Geschäftsführern. In dem Glauben, der Errichtung der Anlage stehe nun nichts mehr im Wege, war man optimistisch und gab als Ziel aus, die Anlage im Mai 2010 bereits ans Netz zu bringen.

Doch dann begannen die Probleme. Das die Gemeinde einen statischen Nachweis für das Feuerwehrgebäude fordern würde, war allen klar, dass für das Gebäude dieser Nachweis aber negativ ausfiel, war ein Schlag ins Kontor.

Danach fing die fieberhafte Suche nach geeigneten Dächern an. Zunächst wurde die Grundschule in Betracht gezogen. Nachdem der Statiker und Ronald Matthies als unser technischer Berater die

So sieht er aus, unser Beitrag zur umweltfreundlichen Stromgewinnung

verschiedenen Dächer in Augenschein genommen hatten, blieben zwei statisch geeignete Dächer, die aber räumlich weit auseinander liegen. Diese Dächer sind jetzt genutzt worden. Die Option wurde zunächst als wenig praktikabel verworfen, vor allem weil die Verbindung des Turnhallendaches an den Stromeinspeisepunkt erhebliche Kosten verursacht hätte. In Bremervörde, Zeven, Scheeßel und Rotenburg wurde ebenfalls Ausschau gehalten, ohne Erfolg. Entweder war die Dachausrichtung ungeeignet, das Dach hielt den statischen Ansprüchen nicht stand oder andere Probleme wie Eterniteindeckung waren Verhinderungsgründe. Aber auch die gesetzgeberischen Turbulenzen Mitte des letzten Jahres um die Reduzierung der Einspeisevergütung machte den Planern zu schaffen. Sehr hohe Nachfrage führte zu einer Verknappung der Angebote an Solarmodulen und auch bei den Wechselrichtern war das Angebot mehr als knapp und jeweils zu teuer.

Anfang diesen Jahres schien das Projekt zum scheitern verurteilt zu sein, da der Markt weiter unübersichtlich blieb. Im März kam dann allerdings Bewegung in den Markt. Die Angebote für Solarmodule wurden günstiger.

Mit den Planungen um den Bau der Mensa an der Grundschule gab es für die zwei Dächer neue Hoffnung, da an der Mensa ja eine entsprechende Stromversorgung eingerichtet werden musste. Nach neuen eigene Berechnungen und diverse Gesprächen mit dem Samtgemeindebürgermeister St. Tiemann über die technischen Gegebenheiten bzgl. der Mensa wurde das Projekt Grundschule wieder aufgenommen. Einige Detailprobleme mussten geklärt werden, insbesondere auch, ob und wie die Verbindung der beiden Dächer an einen Einspeisepunkt realisiert werden kann. Das hört sich hier jetzt einfach an, erforderte aber viel Detailarbeit, die insbesondere von Volker Brokelmann erledigt wurde.

Die Geschäftsführer Volker Brokelmann und Ulrich Stabenau konnten schließlich doch noch die gewünschte Verzinsung des Kapitals von ca. 5% rechnerisch nachweisen. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde beschlossen, letzte Fragen zu klären und bei positiven Ergebnissen mit dem Bau zu beginnen.

Das Ergebnis sehen wir jetzt. 128 Module mit einer Gesamtfläche von 205 qm und je 220 Watt Vollleistung ergeben eine Leistungsfähigkeit von ca. 28 Kwp und sollen im Jahresdurchschnitt 24.000KWh erzeugen. Geht man von einem Durchschnittsstromverbrauch eines 5 Personenhaushaltes aus, könnten mit dieser Anlage also knapp 5 Familien mit Strom versorgt werden.

Windkraftanlage in der Börde Sittensen
Auch eine alternative Energiegewinnung.